Die braunen Flecken des Konrad Lorenz

Wann?
Mittwoch, 27.10.2004 18:30

Wo?
EKH, Wielandgasse 2-4, 1100 Wien

Kaum ein anderer Wissenschaftler war für die österreichische Geschichte nach 1945 derartig einflussreich wie der Verhaltensforscher Konrad Lorenz. Zur Jahrtausendwende wählten ihn die LeserInnen der Zeitschrift NEWS zum bedeutendsten österreichischen Denker des 20. Jahrhunderts, knapp gefolgt von Sigmund Freud. Dennoch lag lange Zeit keine wirklich umfassende Darstellung seines Lebens vor - und schon gar nicht über Lorenz' Verstrickungen in den Nationalsozialismus. Diese hat er selbst nach 1945 immer wieder vehement geleugnet: "Wer mich Nazi nennt, ist eine Dreckschleuder." Das Buch von Benedikt Föger und Klaus Taschwer "Die andere Seite des Spiegels" weist jedoch anhand zahlreicher Dokumente die Nähe von Konrad Lorenz zum Nationalsozialismus nach und zeigt, wie begeistert der Verhaltensforscher - zumindest eine Zeit lang - vom nationalsozialistischen Gedankengut war und wie wenig das seiner Karriere nach 1945 geschadet hat.

Aus aktuellem Anlass des Olympen-Kommers Vortrag und Diskussion mit Benedikt Föger.